Wengen: Der Weg in die Berufsausbildung

In den vergangenen Wochen haben einige Asylbewerber, nach der Anerkennung ihres Flüchtlingsstatus, das Wohnheim in Wengen umgehend verlassen. Die einen wollten sich mit ihren Familienangehörigen und Freunden, die ebenfalls in Deutschland Zuflucht gefunden haben, wieder vereinen. Andere haben außerhalb des Wohnheims Unterkunft gefunden.

Um so erfreulicher hat die Gruppe der jungen Männer aus Eritrea, Äthiopien und Somalia den Deutschunterricht weiter besucht und bis zum Ende durchgehalten. Der Kurs war im Auftrag der Agentur für Arbeit von der Gesellschaft Bildung und Beruf durchgeführt worden. Er umfasste täglich vier Unterrichtseinheiten und dauerte von Ende November bis einschließlich März.

Von ihrer Ankunft im Mai 2015 an, bis zum Start des regulären Unterrichts, erhielten die Asylbewerber von ehrenamtlichen Lehrern Deutschunterricht, die sich danach noch im Einzelunterricht um Vertiefung des Lehrstoffes und um Hausaufgabenbetreuung bemühten.

Dieser engagierte Einsatz der ehrenamtlichen Lehrer und ebenso der Alltagshelfer hat Früchte getragen. Die Berufsschule Kempten hat im März fünf Asylbewerber zu einem Eignungstest eingeladen. Sie alle haben den Test bestanden und besuchen seit dem 4. April die Berufsschule in Kempten.

Um jungen Menschen eine Perspektive zu einer beruflichen Ausbildung zu eröffnen, hat Bayern die Berufsschulpflicht für 16 bis 21jährige Asylbewerber und Flüchtlinge eingeführt. Die zweijährige Berufsvorbereitungsphase umfasst im ersten Jahr neben Deutschunterricht auch andere Fächer, wie Mathematik und Sozialkunde. Im zweiten Jahr rückt die berufssprachliche Ausbildung und die Anbahnung der Ausbildungsreife in den Vordergrund, wobei die Schüler zusätzlich an Praktika teilnehmen sollen. Am Ende der zwei Jahre können die Schüler den Hauptschulabschluss erreichen.

Den jungen Menschen schon vor der Klärung ihres Aufenthaltsstatus die Chance auf einen Schulabschluss zu geben, erscheint großzügig und macht angesichts des Fachkräftemangels Sinn. In Bayern blieben 2014 25.000 Ausbildungsplätze unbesetzt.

 

                                                                                                                                                                   BS

Die Schüler des Deutschunterrichtes in Wengen mit ihrer Lehrerin Frau Pohl
Die Schüler des Deutschunterrichtes in Wengen mit ihrer Lehrerin Frau Pohl

Kommentar schreiben

Kommentare: 0